Smarthome – Probleme und Vorteile

Der Begriff Smarthome ist bereits seit einiger Zeit in aller Munde. Beworben wird mit einer Kostenersparnis bei Heiz- und Stromkosten, einem besseren Komfort und mehr Sicherheit. In der Realität überzeugt das derzeitige Konzept der großen Fimen nur bedingt.



Bekannte Vorbilder

Der Traum vieler vom intelligenten Eigenheim scheint zum greifen nah. Und tatsächlich ist bereits vieles möglich. Automatische Wärmeregulierung durch intelligente Thermostate, einstellbare Steckdosen, oder auch konfigurierbare Kaffeemaschinen wollen das Leben einfacher machen. Ganz klar wird hier in unserem Gedächtnis etwas ausgegraben was man früher in Filmen gesehen hat. Ob es jetzt der Befehl an die heimische künstliche Intelligenz war die Badewanne mit der favorisierten Temperatur zu befüllen, oder die automatische Nachbestellung von Dingen des täglichen Gebrauchs. In den Filmen war es oftmals eine höfliche Herrenstimme, standardmäßig sind es heute weibliche Stimmen die auf Alexa oder Google hören. Und diese klingen mittlerweile relativ natürlich.

Meine Neugierde wurde geweckt. Aber wo fängt man am besten an?

Welche Möglichkeiten hat man?

Das Potenzial von Smart Home ist enorm. Es lassen sich viele Dinge im Haus “smarter” machen. Wenn man die Heizung mit einem einstellbaren Thermostat ausstattet gewöhnt man sich an einen gewissen Luxus nicht mehr an die Heizung denken zu müssen. Wochentags ist die Heizung tagsüber aus, und spätnachmittags schaltet diese sich auf eine voreingestellte Temperatur ein damit es bereits warm ist, wenn man nach Hause kommt. Am Wochenende soll diese aber ganztägig heizen. Schnell möchte man mehr, wenn man daran Gefallen gefunden hat. Die Heizung soll sich kurz ausschalten, wenn das Fenster offen ist. Ist es in der Wohnung zu feucht? Kein Problem! Dann soll die Heizung das eben durch verstärktes Heizen ausgleichen.
All das funktioniert sogar ohne ein sogenanntes Gateway, welches mehrere “Smartgeräte” verwalten kann. Aber erst an diesem Punkt beginnt der eigentliche Reiz von Smart Home. Nämlich die verschiedenen Szenarien. Und das beginnt bei ganz alltäglichen Dingen: Aufwachen und Heimkommen

Die Möglichkeiten von Smart Home

Sämtliche Elektronikgeräte können in der Abwesenheit ruhig ausgeschaltet sein. Das spart Strom und trägt zum Umweltschutz bei. Sobald man nach Hause kommt, soll aber wieder alles eingeschaltet werden. Um auch das Szenario “Früher als üblich heimkommen” abzudecken, können die Geräte überprüfen, ob man auf dem Heimweg ist. Unser Smartphone mit GPS ist dabei ein Schlüsselelement. Für manche mag sich das nach Überwachung anhören und diese Menschen haben da gar nicht mal so unrecht.

Sicherheitslücken

Mit dem Anschaffen von Smarthome Geräten öffnet man unweigerlich unsichtbare Türen in sein Eigenheim. Im Falle von intelligenten Türschlössern sogar echte Türen.
“Internet of things” (IOT) nennt sich der neue Trend jedes seiner Haushaltsgeräte mit dem Internet zu verbinden. Laien seien an der Stelle gewarnt jedem Trend hinterher zu laufen. Besonders günstige Überwachungskameras sind nicht etwa so günstig weil die Qualität schlecht ist, sondern weil an anderen Stellen wie etwa der Software gespart wurde. Der Käufer mag sogar überzeugt oder gar begeistert sein von einer 40 € Überwachungskamera, die genau das tut was man von der Kamera erwartet hat. Die Quittung für den günstigen Preis kommt, wenn mögliche Einbrecher sich schon vor dem eigentlichen Einbruch ein Bild von der Inneneinrichtung machen können. An der Stelle möchte ich auf einen Bericht von heise.de verlinken.

Für welchen Anbieter entscheidet man sich?

Wenn man den Entschluss gefasst hat ein Smarthome Gerät zu kaufen fängt das nächste Problem an: Die Hersteller wollen die Kunden an sich binden. Das ist natürlich verständlich. Führt aber  früher oder später unweigerlich dazu Entschlüsse zu bereuen sich doch nicht für einen anderen Anbieter entschieden zu haben. Die Frage nach dem Anbieter lässt sich nicht so leicht beantworten wie die Frage nach einem Smartphone Anbieter. Im Zweifelsfall lässt es sich schnell wieder verkaufen oder man entscheidet sich beim nächsten Mal für ein anderes.
Die Bedürfnisse im Smart Home Bereich wachsen mit der Zeit und man schafft sich immer mehr an. Mit immer mehr Geräten benötigt man allerdings das bereits erwähnte “Gateway”. Ein Gerät um seine bisherigen Smarthome Geräte zentral steuern zu können. Natürlich möchte man aber nicht von jedem einzelnen Hersteller ein eigenes Gateway kaufen. Außerdem würde da auch der Vorteil entfallen ein einziges Gerät für alle anderen zu haben.

Offene Alternativen

Wer die volle Kontrolle über seine Geräte behalten möchte sollte sich im Opensource Bereich umsehen. Da gibt es beispielsweise mit PiMatic eine umfangreiche Alternative zu den großen Herstellern. Wer diesen Weg einschlägt wird zwar mit gut dokumentierten Anleitungen im Internet regelrecht überschüttet, aber ist am Ende dennoch auf sich allein gestellt. Komplettpakete gibt es in diesem Bereich nicht und man darf sich nicht vor Bastelarbeiten auf Soft- und Hardwareebene scheuen. Hat man hier alle Hindernisse überwunden erwartet einen Flexibilität und womöglich sogar Sicherheit, da die Geräte nicht regelmäßig nach Hause telefonieren werden. Gewohnte Kostenersparnisse, durch Opensource Software wie man es bereits aus dem Officebereich mit OpenOffice oder StarOffice gewohnt ist, darf man hier aber nicht erwarten.

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